Weihnachten – eine gute Gelegenheit für ein „Blind Date“ mit dir selbst

Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

Eine Geschichte um die Weihnachtszeit

Weihnachten mit seinen unendlich vielen Seiten triggert bei jedem Unterschiedliches und oft Kontroverses an.

Was soll man, was muss man, was darf man und was darf man nicht oder keinesfalls?
Was wird von dir erwartet? Aus welcher Rolle wird das von dir erwartet? Welche Rollen nimmst du ein?
Geschenke ja/nein, muss/freiwillig, wem, wieviel, was?
Alles unter einen Hut zu bringen, unter Einbeziehung von Familie, Patch-Work-Familie, Ursprungsfamilien (Eltern, Großeltern, …) oder ohne Familie, all das fordert heraus.

 

Geschichte „Der Weihnachtsmarathon“

Es war einmal und wird wieder sein. Wie jedes Jahr war die Anspannung bereits Wochen vor dem 24. spürbar. Anrufe, Nachrichten auf den verschiedenen Kommunikationskanälen, Schlagabtäusche, Missverständnisse und weitere Klärungen – alles mit dem Ziel für Weihnachten alle und alles unter einen Hut zu bringen.

Das war nie einfach, und wurde immer komplizierter, seitdem die Geschwister in Partnerschaften lebten und Rücksicht auf die Eltern und Familien der neuen Partner, den geschiedenen Elternteilen und Kindern nahmen – also ganz normale Zustände in Patch-Work-Familien. Und dieses Jahr ist für Ruth noch eine zusätzliche Hürde hinzugekommen, die Trennung der Eltern nach über 40 Jahren Ehe, die es keinesfalls mehr in einem Raum zusammen aushalten würden.

Weihnachten ohne Kinder ist keine Weihnachten. Jeder Elternteil will Ruth, ihren Mann mit ihren beiden Kindern sehen und mit ihnen feiern und natürlich am 24. Und Ruth erinnert sich gut, wie ausgehöhlt und geschafft sie die letzten Jahre nach drei Weihnachtsstationen nach Hause gekommen ist, die Kinder hingegen beladen mit Geschenken, völlig überdreht und müde. Die Bescherung im eigenen Heim wurde dann auf den nächsten Tag verschoben. Die Kinder waren einfach zu geschafft. Und sie erinnert sich noch gut an ihre eigene Enttäuschung, so viele Menschen getroffen zu haben und mit niemand wirklich in Kontakt gewesen zu sein. Ein bisschen Small Talk, die üblichen Floskeln, das hilfsbereite Servieren und Abräumen und das war es.

Und heuer werden es statt drei gar vier Weihnachtsfeiern. Schon im Vorfeld wird jede Kleinigkeit auf die Waagschale gelegt. Ruth fühlt sich miserabel, einfach zerrissen. Worum geht es ihr eigentlich? Sie setzt sich hin und zeichnet ihre Bühne mit ihren Anteilen. Wer streitet mit wem in ihr und wer kommt total unter die Räder.

„Mama, Mama, ich wünsche mir ein Seepferdchen vom Christkind. Es ist doch so klein, das passt sicher in unsere Badewanne… „

Ruth schaut ihr Kind an, dann ihre Bühne und weiß, was sie machen wird. Und es gäbe noch viele andere Möglichkeiten …

 

Unklarheit -> Klarheit -> Möglichkeiten -> Strategie -> Handlung

Fühle ich mich zerrissen oder uneins mit mir selber, hilft es, mir bewusst zu machen, um welche inneren Anteile es geht, wer zu wem in Konkurrenz steht, was sie sagen und was sie für mich wollen, wer sich durchsetzt und entscheidet und was mir dadurch möglich ist und was mir nicht möglich ist.

Im vorigen Beitrag habe ich Euch die Bühne zur Darstellung Eures inneren Bildes als Anhang hinzugefügt.
Es unterstützt auch, das aufzuzeichnen, um ein klares Bild zu bekommen und die Wirkung meiner Anteile und Muster zu erkennen, und erkennen ≠ kennen. Durch Erkennen wird Veränderung möglich.

Denn dann kann ich nachdenken, was ich für mich will, welche meiner Anteile nicht aktiv sind, die in dieser Situation wichtig wären, welche Möglichkeiten daraus entstehen könnten, um mir dann eine Strategie zu überlegen und das, was für mich wichtig ist, auch umzusetzen und zu leben.

Innere Konflikte wirken auch nach außen. Doch das im nächsten Blog im neuen Jahr.
In diesem Sinne wünsche ich Euch entspannte Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

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